Wie E-Commerce-Händler Werte treiben

von Martin Groß-Albenhausen, 16. Juni 2017

Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Unternehmen ist nur die eine Hälfte des Dualen Ausbildungssystems. In den Berufsschulen werden die nicht betriebsspezifischen Kompetenzen vermittelt. Ein wichtiger Aspekt im neuen Ausbildungsberuf der „E-Commerce Kaufleute“ spielt dabei auch die Kaufmännische Steuerung und Kontrolle.

An sich ein Thema, das sich in allen kaufmännischen Ausbildungsberufen wiederfindet. Was aber sind die Spezifika im E-Commerce?

Eine Betrachtung nur der betrieblichen bilanziellen Kennzahlen würde zu kurz greifen. Sicher ist es für Azubis wichtig, die Kosten- und Leistungsrechnung zu kennen. Die Lernfelder 6 („Werteströme erfassen und beurteilen“) und 9-11 („Liquidität sichern und Finanzierung vorbereiten“; „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“; „Geschäftsprozese darstellen und optimieren“) in der Ausbildung der Kaufleute für Büromanagement zeigen, wie tief die finanziell beschreibende Sicht gehen kann.

Häufig liegt in klassischen Betrieben das Problem darin, die wichtigen Zahlen überhaupt erst einmal zu ermitteln. Im E-Commerce ist es das Gegenteil – hier hat man ein Überangebot an Zahlen, aus denen die E-Commerce-Kaufleute überhaupt erst einmal die KPIs ermitteln müssen, mit denen sich die Werttreiber des Unternehmens steuern lassen.

Dass dies nicht nur für Auszubildende eine Herausforderung ist, sondern auch eine Chance für das gesamte Unternehmen darstellt, zeigte das Seminar „Controlling: Reporting und Steuerung im Onlinehandel“, das kürzlich gemeinsam von KPMG und bevh im Rahmen der bevh-Academy veranstaltet wurde. Nur wenige Unternehmen nutzen bis heute treiberbasierte Steuerungsmodelle. Dabei sind gerade diese in der Lage, differenzierende Geschäftsmodelle in Zahlen abzubilden und zu steuern. Die Werttreiber in einem beratungsorientierten vs. einem preisorientierten vs. einem Club-Geschäftsmodell unterscheiden sich sowohl absolut als auch in der Abhängigkeit voneinander. Am Ende führen Sie zwar immer auf Finanzkennzahlen wie Umsatzerlöse, Umsatzkosten oder Marketingkosten und auf aggregierende Steuerungszahlen wie ROAS, ROCE oder auch einfach EBIT zurück. Aber die Hebel und Gewichte wirken unterschiedlich.

  • Treiberbasierte Steuerungsmodelle bilden die Basis, um zeitgerecht auf Marktveränderungen reagieren zu können. (c) 2017, KPMG

Das setzt bei E-Commerce-Kaufleuten ein Verständnis für die Prozesse und Kennzahlen auf der Mikroebene (z.B. Marketing, Logistik) voraus. Nicht zuletzt deshalb, weil eine Veränderung im Detail enorme Skaleneffekte nach sich zieht – im Positiven wie im Negativen.

Damit zusammen hängt eine weitere Unterscheidung von E-Commerce zu anderen Handelsformen: Klassische Planungsmodelle und –zyklen reichen nicht aus. Das Forecasting hat eine wesentlich höhere Bedeutung, funktioniert besonders gut in „agilen“ Umfeldern, verlangt aber eine Reduktion der reporteten Kennzahlen. „Better done than perfect“, Controlling-Style.

Dieses moderne Verständnis, das auf digitale Wertschöpfungsmodelle ausgerichtet ist, führen wir mit dem E-Commerce-Kaufmann in die berufliche Bildung ein. Das Gremium der Berufsschullehrer, die den Rahmenlehrplan definieren, ist dafür sehr aufgeschlossen: Sie suchen gezielt den Kontakt mit den Fachexperten in den Betrieben, um die Lernfelder maximal auf die Anforderungen im E-Commerce-Umfeld auszurichten. Häufig wird kritisiert, dass die Inhalte in den Berufsschulen weit entfernt sind von der modernen Arbeitsumgebung. Dies wird sich durch die häufig webbasierten Tools des E-Commerce vermeiden lassen. Und: auch die Notwendigkeit, gerade in diesem Beruf in kurzen Zyklen das (Ausbilder-)Wissen aufzufrischen, ist bei den Schulen inzwischen erkannt und akzeptiert.

Der neue Beruf ist auf der Zielgeraden.

Übrigens: Wenn Sie sich für Bewertung von Unternehmen, Marken und Geschäfsmodellen interessieren, führen wir wiederum gemeinsam mit der KPMG am 4. Juli ein weiteres Fachseminar für unsere Mitglieder durch. Bei Interesse melden Sie sich direkt bei Jana Franke im bevh.

Digital-Hügel

eine Widerrede von Martin Groß-Albenhausen, 14.6.2017

In der britischen Komödie „Der Engländer, der auf einen Hügel stieg, und von einem Berg herunterkam“ passiert genau das Gegenteil dessen, was der Titel verheißt. Am Anfang wird ein Berg vermessen und festgestellt, dass er diese Bezeichnung nicht verdient. Erst durch künstliches Aufschütten gelingt es, am Ende die nötigen zwei Fuß über das Mindestmaß eines „Mountain“ hinauszuwachsen.

Die Bundesregierung hat in den vergangenen zwei Tagen ihren Digital-Gipfel bestiegen. Als Nachfolgeveranstaltung des Nationalen IT Gipfels hat der Ludwigshafener Konvent einen Schwerpunkt auf der Technologie. Er reiht sich ein in die Abschlussveranstaltungen der Digitalen Agenda der auslaufenden Legislaturperiode.

Entsprechend schwelgt das Abschlussdokument in Machbarkeitsvisionen und bricht die dystopischen Einwände durch Grundforderungen wie „Security by Design“. Wir kennen die Forderung aus der Datenschutz-Diskussion, und hier sind die Probleme einer Umsetzung bereits überdeutlich geworden.

Wie bei so vielen Abschlussveranstaltungen fehlt auch der „Ludwigshafener Erklärung“ die Reflexion der heute geltenden Regularien und der darüber hinaus diskutierten möglichen Neuordnungen. Die gleichen Personen, die in Ludwigshafen Digitalisierung als conditio sine qua non für künftige Steuereinnahmen hochhalten („Deutschland ist Industrie 4.0-Land Nr. 1. Diese Position wollen wir halten und ausbauen.“), beabsichtigen zu Hause, die sich entfaltenden Triebe überall da zu kappen, wo sie das Mauerwerk des Gesellschaftsgebäudes aufbrechen könnten.

So hat der Digital-Gipfel 2017 ausgerechnet „e-Health“ als Schwerpunkt-Thema gewählt. Groß ist die Hoffnung:

„Der begonnene Aufbau der sicheren Infrastruktur ermöglicht neue digitale Anwendungen im Gesundheitswesen und die Erschließung neuer versorgungs-, wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Potenziale, in deren Erschließung wir auch verstärkt Start-ups mit ihren neuen Ideen einbeziehen sollten.“


Beschlossen und verkündet? Auf der Bühne stehen u.a. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Erstere hat noch vergangene Woche auf der Abschlussveranstaltung der ministeriumseigenen „Dialogplattform Einzelhandel“ ein persönliches vehementes Bekenntnis zum stationären Handel abgegeben. Letzterer will den Onlinehandel mit Medikamenten, Eckstein neuer versorgungspolitischer Potentiale, per Gesetz verbieten lassen.

Wer sich wirklich mit durchgängigen digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt, erkennt die Widersprüche der politischen Willensbekundungen und der regulatorischen Praxis. Und der Disruption, die sich einfach nicht darum schert.

Disruption, dieses böse Wort, dem das Bundeswirtschaftsministerium im Weißbuch „Digitale Plattformen“ seine Ziele für eine Digitalisierung „made in Europe“ entgegenschleudert.

Transformation statt Disruption: Deutschland und Europa brauchen einen politisch begleiteten und moderierten Prozess des digitalen Wandels. Es darf keine ungesteuerte Entwicklung der Digitalisierung geben. Wenn wir die Transformation erfolgreich gestalten wollen, müssen wir die Risikobereitschaft der Unternehmen und der Menschen stärken und gleichzeitig Vertrauen in die digitale Zukunft der Volkswirtschaften in Deutschland und Europa schaffen. Dazu bedarf es klarer Regeln."

Wer einen Gipfel besteigt, sollte mindestens verstanden haben, dass der majestätische glatte Grat aus einer Folge von Scharten, Brüchen, Klippen und Kanten besteht. Er sollte – um eine Forderung von Alain Veuve aufzugreifen – statt von „Digitaler Transformation“ von „Perpetual Disruption“ sprechen.

Aber den Politikern fehlt der Mut, diese Wahrheit auszusprechen: Es wird kein Spaziergang. Es wird Verlierer der Digitalisierung geben. Wir werden nicht jedes Geschäftsmodell retten können. Transformation reicht nicht. Die Disruption kann man nicht wegmoderieren, nicht wegregulieren, nicht wegregieren.

Immerhin spricht die „Ludwigshafener Erklärung“ auch von der Notwendigkeit, Digitalisierung schon in die Grundschulen zu bringen. Hier lässt die Politik den Worten bereits hastig Taten folgen und unterstützt mit dem Calliope Mini ein – ja, was denn eigentlich? Ein Stück Technik, mit dem Drittklässler Grundzüge des "Codens" lernen sollen. Sieht ein bisschen aus wie ein Raspberry Pi, kann aber weniger. Und wird vermutlich Kinder, die in der Vorschule schon mit Smart Devices virtuos umgehen, in etwa so lange faszinieren wie meine Kinder mein alter FischerTechnik-Baukasten. (Väter wissen, wovon ich rede.)

Nicht falsch verstehen: Ich hätte sehr begrüßt, wenn meine Kinder vor fünf Jahren einen Calliope Mini in der Schule kennengelernt hätten. Aber ganz ehrlich: Mein Sohn programmiert heute auch ohne solche Unterstützung mit nicht mal 16 Jahren Websites und geht mit Software um, die ich nicht mehr verstehe. Nicht jeder muss programmieren lernen, um erfolgreich digitale Werte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ich stimme Sascha Lobo zu, dass programmieren lernen nicht gleichzusetzen ist mit dem Erwerb digitaler Kompetenz. Deswegen verlangt und lehrt unser neuer Beruf "E-Commerce-Kaufleute" auch keine Programmier-Kenntnisse.

Überhaupt: warum sollte man Schulkinder nicht gleich an Technik schulen, die ihre nächsten zehn Jahre umwälzen wird?  Viele ideologisch geprägte Diskussionen an den Schulen über Nutzen und Nachteil von digitalen Innovationen (und der unweigerlich resultierenden Disruption) würden einem echten Verständnis für Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken weichen.

Politiker, die einen Gipfel bestiegen und feststellten, dass die Berge erst dahinter anfingen: Wenn man die Perspektive der dokumentierten Erkenntnisse, niedergeschrieben in der „Ludwigshafener Erklärung“, als Messlatte nimmt, war dieser Gipfel eine Bodenwelle. 

Sicher: bei entsprechender Geschwindigkeit kann man auch darüber abheben und einen Höhenflug starten.

Oder bruchlanden.

9 häufig gestellte Fragen zu "Amazon gesponserte Produkte" – und unserer Antworten dazu

Gastbeitrag von Laura Lane, E-commerce Expert, Channel Advisor (Preferred Business Partner des bevh)

Die Zahl der Händler, die das Programm Amazon Gesponserte Produkte nutzen, hat sich 2015 mehr als verdoppelt. Allein in Europa nutzen über 20.000 Händler das Programm. Der Erfolg der bezahlten Werbeanzeigen verwundert nicht – angesichts der Millionen von Händlern und Milliarden von Produkten auf dem Marktplatz wird es immer schwieriger, aus der Masse herauszustechen.

Wenn auch Sie sich fragen, ob Amazon Gesponserte Produkte Ihnen dabei helfen kann – und das sollten Sie – dann erfahren Sie hier alles Wissenswerte über das populäre Format:

1. Was ist „Amazon Gesponserte Produkte“?

Amazon Sponsored Products oder „Gesponserte Produkte“ ist das Werbeprogramm, mit dem Sie die Produkte bewerben können, die Sie auf Amazon.de listen. Die Kampagnen sind ähnlich strukturiert wie bei Google AdWords. Sie wählen, welche Produkte Sie bewerben möchten, weisen Keywords zu und geben ein Cost-per-Klick-Gebot ab. Wenn ein Amazon-Kunde auf Amazon.de nach einem Ihrer Keywords sucht, kann Ihre Anzeige neben den Suchergebnissen geschaltet werden. Sie zahlen nur Gebühren, wenn auf eine Ihrer Anzeigen geklickt wird. Der Kunde wird daraufhin auf die Produktdetailseite mit Ihrem Angebot geführt.

 

2. Wie funktioniert das Anzeigenformat?

Sponsored Products beinhaltet ein CPC-Anzeigenformat mit einem auktionsbasierten Preismodell. Sie legen den Höchstbetrag fest, den Sie für einen Klick auf Ihre Anzeige ausgeben wollen. Je stärker Ihr Gebot, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzeige bei der Suche nach einem Ihrer Keywords auf dem Bildschirm des Kunden erscheint.

 

3. Welche Vorteile hat das Programm?

Amazon Gesponserte Produkte bietet viele Vorteile. Wenn wir vier davon auswählen müssten, würden wir zuerst Auffindbarkeit, Absatzsteigerung, Relevanz und Transparenz nennen.

• Auffindbarkeit: Die Sichtbarkeit Ihrer Produkte steigt – Sie erhalten die Chance, Angebote auf die erste Seite der Amazon-Suchergebnisse zu bringen.

• Absatzsteigerung: Erreichen Sie Kunden, die im „Purchase Funnel“ (d. h. auf dem Weg zur Kaufentscheidung) bereits weit fortgeschritten sind.

• Relevanz: Schalten Sie Anzeigen, die für die Sucheingaben der Kunden besonders relevant sind.

• Transparenz: Messen Sie den ROI Ihrer Anzeigen und optimieren Sie Ihre Budgets basierend auf den Erkenntnissen.

 

4. Muss ich Inhaber der Buy Box sein?

Gesponserte Produkte steht nur Händlern zur Verfügung, die die Buy Box besetzen. Die Anzeigen werden auf Such- oder Produktseiten angezeigt, wenn der Händler die Buy Box gewonnen hat.

 

5. Wo werden meine Anzeigen geschaltet?

Die Anzeigen werden in fünf Bereichen geschaltet: unter den organischen Suchergebnissen, auf der rechten Seite, auf der Produktdetailseite, in der mobilen App für Smartphones und Tablets oder auch oberhalb der Suchergebnisse.

 

6. Empfiehlt sich die Nutzung von Gesponserte Produkte, wenn ich der einzige Anbieter meiner ASINs bin?

Ja. Für Gesponserte Produkte müssen Sie die Buy Box besetzen. Wenn Sie der einzige Anbieter sind, haben Sie immer die Buy Box. Gesponserte Produkte hilft, das Ranking Ihrer Artikel zu verbessern, indem Sie auf Suchbegriffe bieten können, die Ihnen eine Platzierung auf der ersten Amazon-Suchergebnisseite bringen. Mit der Zeit steigt durch diese Sichtbarkeit der Traffic zu den Artikeln, was wiederum den Gesamtrang Ihres Angebots verbessert.

 

7. Für welche Produkte sollte ich mit Amazon Gesponserte Produkte werben?

Das hängt ganz von Ihnen und Ihren Geschäftszielen ab. Sie haben die Möglichkeit, Kampagnen für alle oder ausgewählte Produkte zu erstellen. Einige Händler nutzen das Programm z. B., um neue Angebote, Marken oder Erweiterungen ihrer Produktlinie sowie neue Features zu präsentieren. Andere wollen mehr Aufmerksamkeit für einmalige Selektionen erzeugen, kaum geklickte Angebote fördern, Auslaufartikel, Bestseller oder saisonale Angebote bewerben. Im Grunde gibt es unzählige Argumente, weshalb Sie Gesponserte Produkte in Ihren Marketing-Mix aufnehmen sollten. Welche Herangehensweise dabei für Ihr Unternehmen am sinnvollsten ist, entscheiden Sie!

 

8. Wie hoch sollte mein Budget sein?

Wir empfehlen, Ihre Kampagne zunächst mit kleinen Tagesbudgets zu beginnen. Geht das Geld ständig zu schnell zur Neige, können Sie das Budget immer noch erhöhen. So haben Sie die Anzeigenkosten im Griff und können genau sehen, welche Auswirkungen eine Steigerung der Ausgaben hat.

 

9. Gibt es Tipps für einen optimalen Start?

Beim Kampagnen-Setup werden Sie auch aufgefordert, einen Targeting-Typ (automatisches oder manuelles Targeting) auszuwählen. Am einfachsten ist der Einstieg, wenn Sie sich zunächst für das automatische Targeting entscheiden. Dann stellt Amazon zu Ihrer Artikelauswahl passende Keywords bereit. Das automatische Targeting ist darauf ausgelegt, Ihren Anzeigen mehr Traffic zu bringen. Amazon ordnet sie allen möglicherweise relevanten Suchläufen zu, basierend auf Ihren Produktinformationen.

Diese Variante eignet sich hervorragend, wenn Sie nicht sicher sind, welche Keywords Sie nutzen möchten, wenn Sie nicht viel Zeit zum Erstellen neuer Anzeigen haben oder erst herausfinden wollen, welche Keywords den stärksten Traffic für Ihre Anzeigen generieren. Sobald Sie einen Eindruck davon gewonnen haben, welche Keywords Anzeigen auslösen und wie ihre Performance ist, können Sie die erfolgreichen Keywords in eine eigene Kampagne mit manuellem Targeting verschieben. So können Sie Ihre Gebote noch gezielter und flexibler verwalten.

 

Amazon ist ein spannender Kanal, um neue Zielgruppen zu erreichen. Doch leider ist er eben auch umkämpft.
Um aus der Masse der Anbieter herauszustechen, lohnt es sich, mit Gesponserte Produkte zu experimentieren.

 

Sie haben weitere Fragen zu dem Programm oder anderen Methoden, als Händler erfolgreich auf Amazon zu verkaufen? Schreiben Sie uns doch an deteam(at)channeladvisor.com – wir beraten Sie gerne ausführlich!
https://www.channeladvisor.de/

 

 

Das war die bevh Logistikreise 2017 (Teil 2 von 2)

Ein Reisebericht von Christian Milster

Der vierte Tag unserer Reise hat mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begonnen. Aber allzu viel Zeit, diesen in seiner Gänze zu genießen gab es leider nicht. Denn auch dieser Tag war wieder minutiös durchgetaktet. 

Schnell ging's ans Frühstücksbuffet, um wenigstens etwas im Magen zu haben. So langsam waren dem einen oder anderen Teilnehmer das umfassende und straffe Programm und die kurzen Nächte anzusehen – und da nehme ich mich selbst nicht aus. Aber die kürzeste Nacht sollte erst noch kommen... 

Abfahrt war 07.15 Uhr – und zwar auf die Minute. Alle pünktlich da. Perfekt! Unsere nächste Station war das 2014 in Betrieb genommene Full-Service-Logistiklager des Duty-Free-Spezialisten Gebr. Heinemann SE & Co. KG in Erlensee (bei Frankfurt). 

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit der modernste Multichannel-Logistiker im Reisesegment. Das mit fortschrittlichster Technik ausgerüstete Logistikzentrum Erlensee hat eine Umschlagsfläche von insgesamt 32.000 qm mit mehr als 45.000 ständig verfügbaren Artikeln. Von hier aus wird permanent an viele der deutschen Einzelhandelsstandorte, die Heinemann Duty-Free Shops sowie an einen Großteil der mehr als 1.000 Distributionskunden in 100 Ländern geliefert. Außerdem beherbergt dieses Logistikzentrum Europas größten Humidor, den wir uns selbstverständlich angesehen haben. Und auch diese Besichtigung war wieder sehr interessant und abwechslungsreich.


Zurück im Bus haben wir unsere Lunchboxen für diesen Tag in Empfang genommen. Denn gestärkt diskutiert, telefoniert, arbeitet, schläft oder gewinnt es sich beim Kartenspielen wesentlich besser. ;O) Und auch an diesem Donnerstag meinte es der Reisegott wieder gut uns. Kein Stau. Keine Panne. Alles gut. 

Pünktlich um 15.00 Uhr haben wir das DHL Innovation Center in Troisdorf erreicht – unsere bereits siebte Station auf dieser Reise. DHL versteht sich als Vordenker in der Logistikbranche und investiert daher strukturiert in die Themen Trendsuche und Lösungsentwicklung. 

Um effiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen, bringt DHL Kunden, Forschungs- sowie akademische Institute, Industriepartner und Logistikexperten innerhalb der Geschäftsbereiche zusammen. Das DHL Innovation Center bietet eine zentrale Plattform, in der Kunden und Stakeholder gemeinsam mit DHL Experten an innovationsbezogenen Themen arbeiten können. Im Rahmen unserer geführten Tour haben wir an verschiedenen interaktiven Stationen erfahren, wie sich die Zukunft der Logistik gestaltet und wurden diesbezüglich auf den neuesten Stand gebracht.


Auch diesen, leider schon letzten gemeinsamen Abend wollten wir mit einem wohlschmeckenden Abendessen ausklingen lassen. Gesagt, getan... Gegen 19.30 Uhr sind wir im Restaurant „Limao Brasil“ eingetroffen. Mein persönliches Urteil: Essen: Lecker // Location: Naja... leider ziemlich ungemütlich und etwas zu laut. 

Wie etwas weiter oben schon angedeutet, folgte nun die kürzeste Nacht unserer Reise. Am Freitagmorgen mussten wir bereits um 05.30 Uhr beim Frühstück sein, da es schon um 06.15 Uhr losging. Denn nur so gab es eine realistische Chance, dem morgendlichen Köln-Bonner Berufsverkehr zu entkommen und nicht stundenlang im Stau zu stehen. Und auch das hat wieder absolut perfekt funktioniert. Alle waren pünktlich im Bus und wir damit vor allen anderen auf der Autobahn – naja, fast. 

An dieser Stelle möchte ich mir nicht nehmen lassen, ein riesengroßes Lob an die gesamte Reisegruppe auszusprechen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass alle immer zum vereinbarten Zeitpunkt dort waren, wo sie sein sollten, sind wir stets vollzählig und pünktlich losgekommen und konnten so unseren doch sehr umfangreichen und ziemlich eng getakteten Termin- und Reiseplan einhalten. Logistiker wissen eben, dass es bestimmter Bedingungen bedarf, um Dinge innerhalb eines festgelegten Zeitraums von A nach B zu transportieren. 

Unsere vorletzte Station war das neue Zentrallager von Gerry Weber im Ravenna Park in Halle/Westfalen, das seit Dezember 2015 in Betrieb ist. 

Mit einer Gesamtfläche von 145.000 qm (111.000 qm Logistikzentrum und 34.000 qm Outlet) und einer Lagerkapazität von bis zu 5,6 Mio. Teilen handelt es sich hier um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte des international tätigen Mode- und Lifestylekonzerns. Das Logistikzentrum löst sukzessive die dezentral angelegten Logistiklager an den Standorten Ibbenbüren, Osnabrück, Brockhagen und Dortmund auf. Seit Sommer 2016 läuft das Logistikzentrum unter Volllast und kann bis zu 30 Mio. Teile jährlich umschlagen. Die Kapazität kann bei Bedarf bis auf 37 Mio. Teile pro Jahr erhöht werden. Alles sehr beeindruckend! 

Wieder im Bus ging es Richtung Hamburg, zur letzten Station dieser Logistikreise. Bis jetzt hatte alles reibungslos und nahezu perfekt geklappt. Doch dies sollte sich nun ändern. Denn auf der Autobahn nach Hamburg gab es leider einen ziemlich langen Stau. Freitäglicher Feierabendverkehr. Tief durchatmen und entspannt bleiben. OK. 

Trotz eineinhalbstündigen Stehens im Stau sind wir glücklicherweise „nur“ 15 Minuten zu spät bei Hermes in Hamburg angekommen. Doch unsere Gastgeber sind damit völlig entspannt umgegangen und haben sich nicht aus der Ruhe brigen lassen.

Dieser Hermes-Standort beherbergt die größte und technisch innovativste Retourenlogistikanlage von Hermes in Europa. Hier werden v.a. kleinvolumige Artikel wie Schuhe, Kleidung, Camcorder und Schmuck begutachtet, beurteilt und sodann wieder eingelagert. Jährlich können von 1.100 Mitarbeitern bis zu 60 Mio. Artikel abgewickelt werden. 

Gegen 17.15 Uhr war diese sehr informative und erkenntnisreiche Führung bei Hermes zu Ende – und damit leider auch die bevh Logistikreise 2017. 

An fünf erlebnisreichen Tagen haben wir knapp 1.900 Kilometer durch ganz Deutschland zurückgelegt und insgesamt neun spannende Unternehmen besucht. Dabei haben wir viele innovative und wertvolle Insights erhalten, die die Teilnehmer evtl. auch für ihr eigenes Geschäft umsetzen können.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle Unternehmen, die uns so herzlich empfangen und sehr tief in die Herzen ihrer Logistik blicken lassen und unsere Reise damit erst möglich gemacht haben. 

Außerdem möchte ich mich noch einmal bei der wirklich tollen Reisegruppe bedanken. Ihr wart stets sehr interessiert, engagiert, lustig, ohne zu Murren immer pünktlich an Ort und Stelle und seid auch in stressigen Situationen stets entspannt geblieben. Danke! 

Ich bzw. wir freuen uns schon auf die nächste Logistikreise mit euch und sind schon sehr gespannt, wo uns diese hinführen wird. 

Hier geht's zum ersten Teil dieses Reiseberichts...

E-Commerce Agenda 2017


Mit der E-Commerce-Agenda 2017 formuliert der bevh seine politischen Forderungen an die politischen Parteien im Wahljahr 2017. Download

 

 

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